WhatsApp Newsletter: Beispiele, Kosten & Regeln

WhatsApp Newsletter sind eine interessante Ergänzung zum klassischen E-Mail-Marketing. Durchschnittliche Öffnungsraten von 95 Prozent sprechen für sich. Allerdings gibt es einige Spielregeln.

Was ist ein WhatsApp Newsletter?

WhatsApp Newsletter (auch: “Promotional Messages”) sind werbliche Info-Nachrichten, die Unternehmen über WhatsApp Business an Ihre Kunden senden können. Interessierte müssen sich für den Erhalt der Nachrichten durch ein eindeutiges Opt-in anmelden. Das Opt-in kann mündlich, schriftlich oder per Klick erfolgen, auch innerhalb einer Service-Unterhaltung in WhatsApp selbst:

Screenshot von WhatsApp Newsletter Opt-in von Outdoorsy.

Im Rahmen der Promotional Messages senden Sie Kunden beispielsweise Produktempfehlungen auf Basis der letzten Einkäufe, relevante Angebote oder hilfreiche Infos direkt auf das Smartphone. Am Ende der Nachricht können bis zu zwei Call-To-Action-Buttons (Wechsel zu Website oder Anruf) und bis zu drei Schnellantwort-Buttons hinzugefügt werden.

Hier zeigen wir, wie Sie WhatsApp Newsletter DSGVO konform einsetzen können und welche Kosten damit verbunden sind.

  1. Einsatzmöglichkeiten für WhatsApp Newsletter
  2. Sind WhatsApp Newsletter offiziell erlaubt?
  3. Anleitung: So senden Sie WhatsApp Newsletter DSGVO konform
  4. Wie unterscheiden sich E-Mail-Newsletter und WhatsApp-Newsletter?
  5. Beispiele für erfolgreiche WhatsApp-Newsletter (+Studie)
  6. Kosten: Wie teuer ist das Versenden von WhatsApp-Newslettern?
  7. Alternativen zum WhatsApp Newsletter

1
Einsatzmöglichkeiten für WhatsApp Newsletter

Produktempfehlungen:

  • Empfehlung von Produkten passend zum vorherigen Einkauf
  • Vorstellung von neuen Produkten oder Serien
  • Coupons und Rabatte, zum Beispiel zum Geburtstag

Reaktivierung:

  • Info zur Wiederverfügbarkeit von Artikeln
  • Erinnerung zur Nachbestellung
  • Erinnerung zu Terminvereinbarung

News:

  • Preisreduzierung von beliebten Produkten
  • Neuigkeiten aus der Branche
  • Neuer Blog-Artikel zu Zielgruppen-Thema

2
Sind WhatsApp Newsletter offiziell erlaubt?

Der ein oder andere hat vielleicht im Kopf, dass Newsletter auf Whatsapp vor einigen Jahren verboten wurden. Das stimmt nur teilweise: eine Newsletter-Funktion gab es eigentlich gar nicht. Unternehmen nutzten inoffiziell WhatsApp Broadcasting, um werbliche Nachrichten zu versenden. Das hat WhatsApp 2019 verboten, da immer mehr unseriöse Massen-Mitteilungen die Runde machten. Dafür wurde die WhatsApp Business API eingeführt, über die “transaktionsbezogene Nachrichten” wie Versandbestätigungen, Tickets und Status-Updates offiziell versendet werden dürfen.

Die Promotional Messages, also “nicht-transaktionsbezogene Nachrichten”, sind erst später dazu gekommen. Nachdem sich das Promo-Format in einem Testlauf in Mexiko und Indonesien bewährt hat, wurde es 2021 in vielen Ländern zum regulären Funktionsumfang der Whatsapp Business API hinzugefügt. Seitdem können wir in Deutschland offiziell und DSGVO konform Newsletter über WhatsApp versenden.

Promotional Messages sind also ein recht neuer Marketing-Kanal . Das gibt Unternehmen die Chance, sich mit einem attraktiven WhatsApp Newsletter von der Konkurrenz abzuheben und starke Kundenbeziehungen aufbauen. Das schafft Vorteile, kommt aber nicht ohne Einschränkungen aus.

3
Anleitung: So senden Sie WhatsApp Newsletter DSGVO konform

Um Spam zu verhindern und die positive WhatsApp-Erfahrung der Nutzer zu schützen, ist der Versand von Newslettern mit einigen Regeln verbunden.

  • DSGVO-konformes Opt-in: Kunden müssen ihr Interesse an Ihrem Newsletter-Service eindeutig kommunizieren, wie es auch für E-Mail-Newsletter per DSGVO gilt. Die bloße Angabe einer Telefonnummer reicht nicht aus. Zudem sollten Sie Ihren Kunden erklären, wie der Opt-out funktioniert. Mehr zum Thema Datenschutz bezüglich WhatsApp haben wir im Artikel WhatsApp Business: Das sagt die DSGVO zusammengefasst.
  • WhatsApps Handelsrichtlinie: WhatsApp unterbindet den Handel bzw. die Werbung für bestimmte Warengruppen. Informieren Sie sich deshalb, ob Ihre Produkte unter das Verbot fallen. Beispiele sind: Nahrungsergänzungsmittel, Alkohol, Waffen und Tiere. Hier finden Sie die Handelsrichtlinie.
  • Nachrichtenvorlage anlegen: Nachrichtenvorlagen kommen bei WhatsApp Business immer dann zum Einsatz, wenn Unternehmen ihre Kunden zuerst anschreiben. Newsletter bzw. Promotional Messages müssen deshalb als Nachrichtenvorlage angelegt und vor dem Versenden von WhatsApp genehmigt werden. Die Freigabe dauert in der Regel wenige bis maximal 24 Stunden. Da Sie Nachrichten durch Platzhalter individualisieren können, ist es nicht nötig für jede neuen Newsletter-Nachricht eine neue Vorlage anzulegen. In unserem Post erklären wir ausführlich, wie Sie Nachrichtenvorlagen anlegen .

4
Wie unterscheiden sich E-Mail-Newsletter und WhatsApp-Newsletter?

Durch die große Bedeutung von Messengern für die private Kommunikation ist der Kontakt zu Ihren Kunden über WhatsApp direkter und persönlicher als über den E-Mail-Kanal. Nachrichten, die im Messenger empfangen werden, gelten allgemein als relevant und erwünscht. Sogar Chatbots, die mit einfachen Button-Optionen navigiert werden können, werden im Sinne des Conversational Marketing gerne genutzt.

WhatsApp-Newsletter/Promotional Messages E-Mail-Newsletter
Geringer Design-Aufwand Größerer Design-Aufwand
Weniger Platz für Content Viel Platz für Content, z.B. Storytelling, Produktbeschreibungen
Vorlagen müssen von WhatsApp genehmigt werden Inhalte werden nicht vom E-Mail-Anbieter geprüft
Mit einem Klick zu einem Anruf wechseln Anruf erfordert Kanalwechsel
Nutzer und Telefonnummer können in der Regel einander zugeordnet werden Häufig werden Spam-Adressen für Opt-in genutzt
Hohe Öffnungsraten Niedrigere Öffnungsraten
Conversational Marketing möglich: Interaktionen schaffen durch persönlichen Austausch oder Chatbots Kein Conversational Marketing möglich

5
Beispiele für erfolgreiche WhatsApp-Newsletter (+Studie)

Newsletter eignen sich dazu, Kunden zu besonderen Anlässen zu reaktivieren. Thalia erfindet dazu auch eigene Feiertage, wie den “In-der-Badewanne-lesen”-Tag (Hoffentlich hat der Empfänger eine Badewanne…🙃).

Screenshots von Thalias Newsletter Kampagnen.

WhatsApp-Newsletter sollten kurz und unterhaltsam sein. Nutzen Sie Fotos und Videos, um Produkte und Lesetipps anzuteasern.

Screenshots von verschiedenen Beispielen für Newsletter mit Fotos.

Emojis wie Pfeile und Hände helfen bei der Strukturierung Ihrer Whatsapp Newsletter. Um Inhalte weiter auszuführen, die sonst den Rahmen sprengen würden, können Sie Ihren Kunden eine zusätzliche Sprachnachricht senden.

Screenshots von WhatsApp Newsletter Beispielen mit News-Charakter.

Tipp: Gestalten Sie unterhaltsame Interaktionen, die sich nicht wie Werbung anfühlen. Eine Studie der FH Wedel kam zu dem Ergebnis, dass Nachrichten mit informativem Inhalt, wie Emojis und Bilder am besten performen. Eine Nachricht mit Gamification und Audio, aber ohne Emojis, kommt hingegen am schlechtesten an.

Studie der WhatsApp-Newsletter Nutzung.
Ein guter WhatsApp Newsletter sollte Wissen und Angebote mit Bild oder Video kombinieren. Quelle: webspotting.de

6
Kosten: Wie teuer ist das Versenden von WhatsApp-Newslettern?

Nach dem aktuellen Preismodell sind die ersten 1000 WhatsApp-Unterhaltungen im Monat immer kostenlos. Versenden Sie beispielsweise alle zwei Wochen einen WhatsApp-Newsletter, können Sie gebührenfrei 500 Abonnenten anschreiben. Für jede weitere Unterhaltung fällt eine Cent-Gebühr an. Ein Newsletter kann aus einer oder mehreren Text- und Sprachnachrichten bestehen und kostet in Deutschland pro Empfänger 11 Cent. Wie das Preismodell genau funktioniert, erklären wir in unserem Artikel WhatsApp Business: Alle Kosten auf einen Blick.

Unternehmen, die deutlich mehr als 1000 Newsletter im Monat versenden oder die inklusiven Frei-Unterhaltungen für Ihren WhatsApp-Kundenservice verwenden möchten, werden sich eventuell gegen einen WhatsApp-Newsletter entscheiden. Für diese gibt es andere Möglichkeiten, WhatsApp als Marketing-Kanal zu nutzen.

7
Alternativen zum WhatsApp-Newsletter

Newsletter-Alternative #1: Informationen auf Anfrage

Statt Ihrer ganzen Empfängerliste regelmäßig Newsletter zu senden, können Sie Kunden anbieten, ihnen bei Bedarf eine Nachricht zu senden, um Empfehlungen oder Angebote zu erhalten. So macht es beispielsweise Comdirect mit seinen Börsen-News: Kunden stimmen den Nutzungsbedingungen beim Opt-in zu, speichern die WhatsApp-Nummer des Unternehmens ab und senden die Nachricht “Start”. Wenn sie aktuelle Tipps abrufen möchten, müssen Kunden nur das Stichwort #news in den Chat eingeben.

Newsletter-Alternative #2: Chatbot

Anstatt sich durch Webseiten zu klicken oder lange Formulare auszufüllen, kann ein WhatsApp-Chatbot dabei helfen, Produkte zu finden, die genau zum persönlichen Geschmack oder Bedürfnis Ihrer Zielgruppe passen . Matratzenhändler Purple nutzt zum Beispiel einen virtuellen Berater, um seinen Kunden die perfekte Matratze zu empfehlen.

Screenshots von Thalias Newsletter Kampagnen.
Quelle: Purple

Newsletter-Alternative #3: Click-to-WhatsApp-Ads

Ob Facebook- oder Instagram-Ads; ermöglichen Sie Ihren Kunden mit einem Klick auf Ihre Anzeige zu einem WhatsApp-Gespräch zu wechseln. Für die erste Konversation, die Sie über einen Click-to-WhatsApp-Button führen, fallen keine Gebühren an. Nutzen Sie die Gelegenheit Ihr Unternehmen näher vorzustellen, verschiedene Angebote anzubieten und potenziellen Kunden zu zeigen, dass Ihr Kundenservice unkompliziert per WhatsApp erreichbar ist.

Newsletter-Alternative #4: Beratung per Website-Messenger

Live-Chat auf der Website gehört mittlerweile zum Standard im E-Commerce. Er ermöglicht Ihnen, Kunden entlang der gesamten Customer Journey zu begleiten, Fragen zu beantworten und Produktempfehlungen oder passende Angebote zu teilen. Dabei können Sie selbst entscheiden, ob Sie auf eine erste Reaktion des Kunden warten oder Ihren Chat proaktiv nutzen, beispielsweise wenn Kunden eine bestimmte Zeit auf einer Produktseite verweilen.

Der weiterentwickelte Website-Messenger von Userlike erlaubt es Ihren Kunden, einmal gestartete Chats beim nächsten Besuch fortzusetzen - um Folgefragen direkt auf Ihrer Website zu klären und letzte Zweifel auszuräumen. Möchten Sie Ihren Kunden die Wahl zwischen Web-Chat und WhatsApp lassen, integrieren Sie einfach das MessengerBoard.

Bild zeigt Live-Chat-Messenger mit WhatsApp Integration.
Mit einem Klick wechseln Nutzer vom Live-Chat auf der Website zum WhatsApp-Chat

Userlike ist Ihre Allround-Lösung, wenn Sie Live-Chat, WhatsApp und Chatbots miteinander verbinden möchten. Über unsere Kunden-Messaging-Plattform können Sie zentral alle eingehenden Nachrichten organisieren und beantworten. Über 12.000 Kunden, darunter Nivea, Hermes und Toyota, verlassen sich bereits auf uns.

Neugierig geworden? Userlike berät Sie gern zum Einsatz von WhatsApp und Userlike in Ihrem Unternehmen. Starten Sie einfach einen Chat mit unserem Team oder melden Sie sich für eine kostenlose Testphase an – ohne weitere Verpflichtungen.