Persönliche Weiterentwicklung: In 7 Schritten zum erfolgreichen Plan

Gesünder essen, fit werden, die Karriereleiter hochklettern – wir haben wohl alle Bereiche, in denen wir uns verbessern möchten. Aber wieso sind wir so schlecht darin, unsere Ziele zu erreichen?

Es ist nicht nur eine Frage der Willensstärke. Was den meisten fehlt, ist ein klarer Plan für die persönliche Weiterentwicklung. Die “Warums” und “Wies”, die Ihnen die Richtung vorgeben – selbst wenn die erste Euphorie verflogen ist.

 

Solange keine Verpflichtung eingegangen wird, gibt es nur Versprechen und Hoffnungen, aber keine Pläne.

  Peter Drucker

Laut Definition, ist ein Plan für die persönliche Weiterentwicklung “der Prozess, einen handlungsbasierten Plan zu entwickeln, basierend auf Bewusstsein, Werten, Reflektion, Zielsetzung sowie die persönliche Entwicklung hinsichtlich Karriere, Bildung, Beziehungen und Selbstentwicklung zu planen.”

Persönliche Weiterentwicklung bezieht sich also auf mehrere Dimensionen unseres Lebens und ist sowohl beruflich als auch privat nützlich. Nach der Maslowschen Bedürfnispyramide ist Selbstverwirklichung die höchste Stufe der persönlichen Entwicklung; der letzte Schritt, um Ihr volles Potenzial auszuschöpfen.

Grafik zeigt, welche menschlichen Bedürfnisse Maslow zufolge am Wichtigsten sind

Einen Plan für Ihre persönliche Weiterentwicklung zu erstellen, wird Ihnen helfen, die Vorstellung, die Sie für Ihr Leben haben, umzusetzen. Das ist außerdem etwas, für das sich Ihr (zukünftiger) Arbeitgeber interessieren wird. Sie verbessern Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt, wenn Sie einen detaillierten Plan für Ihre persönliche Entwicklung haben. Nicht zuletzt, weil Sie selbstbewusst auf die berühmte ‘Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?’-Frage antworten können.

Doch wie genau erstellen Sie einen Plan für Ihre persönliche Weiterentwicklung? Hier ist unser 7-Stufen-Prozess.

1
Entwickeln Sie Ihre Vision

Beginnen Sie Ihre Reise mit einem klaren Ziel im Kopf. In welche Rollen und Aufgaben möchten Sie hineinwachsen? Vielleicht haben Sie bereits eine vage Vorstellung. Doch es ist hilfreich, diese auszuformulieren und auf Papier festzuhalten. So fällt es leichter zu sehen, was es braucht um Ihr Ziel zu erreichen.

Solche Leitbilder kennen wir häufig von Unternehmen. Sie helfen einer Organisation, Entscheidungen zu treffen und verdeutlichen in wenigen Worten, wofür die Marke im Kern steht.

Doch Leitbilder sind genauso wertvoll für die persönliche Weiterentwicklung. Nach Roy Baumeister, Psychologe an der Florida State University, hängt der Erfolg Ihres Projekts entscheidend von Ihrer Motivation ab.

Eine Vision hilft, Ihre Handlungen als Teil eines größeren Ziels zu begreifen. Das erleichtert Ihnen später die Ausführung, da Ihnen die nötigen Schritte als bewusste Entscheidungen erscheinen und nicht wie lästige Pflichten. Ihr persönliches Leitbild fasst die Gründe zusammen, wieso Sie etwas tun.

Ein Leitbild zu erstellen, erfordert Selbstbeobachtung. Die folgenden Fragen unterstützen Sie dabei, Ihr eigenes Leitbild zu finden:

  • Was gibt Ihnen Sinn?
  • Was für ein Mensch möchten Sie sein?
  • Was ist Ihre Leidenschaft?
  • Was inspiriert Sie?
  • Was sind Ihre Werte?
  • Was zeichnet Sie aus?

Leitbild: Ich nutze meine Kreativität und meine Schreibfähigkeiten, um Startups zu unterstützen, mithilfe von digitalem Marketing zu wachsen.

Versuchen Sie, Ihre Vision dynamisch zu formulieren, so dass sie nicht auf eine bestimmte Errungenschaft begrenzt ist. Damit vermeiden Sie, in ein Loch zu fallen, sobald die Euphorie, Ihr Ziel erreicht zu haben, verflogen ist. Das oben beschriebene Leitbild etwa nimmt kein Ende. Es gibt immer Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln.

Dieser Post von Fast Company ist eine gute Quelle, um sich von Leitbildern anderer Menschen inspirieren zu lassen und Ihr eigenes zu finden.

2
Machen Sie einen Realitätscheck

Nachdem Sie Ihr Ziel bestimmt haben, schauen Sie sich an, wo Sie gerade stehen. Wie die Definition oben gezeigt hat, erfordert ein Plan für die persönliche Weiterentwicklung Selbsterkenntnis und Reflektion. Und zwar jede Menge. Um zu entscheiden, wie Sie von A nach B kommen und auf welche Bereiche Sie dabei besonders im Blick haben sollten, müssen Sie wissen, wo Sie sich jetzt befinden. Was sind Ihre Fähigkeiten? Woraus besteht die Lücke zwischen Ihnen und Ihrer Vision?

Auch hier ist es hilfreich, ein Konzept anzuwenden, das Unternehmen für ihre strategische Planung nutzen: die SWOT-Analyse. Sie ist ein nützliches Instrument, um Ihre internen Fähigkeiten (Stärken & Schwächen) sowie externe Faktoren (Risiken & Möglichkeiten) zu verstehen. In diesem Artikel, beschreibt Jodie Shaw, wie Sie eine persönliche SWOT-Analyse durchführen.

Grafik zeigt vier Felder der strategischen Planung nach der SWOT-Analyse

Diese Informationen zu bewerten und sich der eigenen Fähigkeiten bewusst zu werden, ist entscheidend, um die nächsten Punkte Ihrer persönlichen Weiterentwicklung in Angriff zu nehmen.

3
Setzen Sie Meilensteine

Jetzt wo Sie wissen, wo Sie sind und wo Sie hinmöchten, wird es Zeit, die einzelnen Meilensteine entlang Ihres Wegs zu bestimmen. Per Definition sind Meilensteine, “wichtige und entscheidende Etappen von besonderer Bedeutung auf dem Weg hin zu einem klar definierten Ziel.”

Folgen Sie der SMART-Formel um Ihre Meilensteine so zu beschreiben, dass sie die folgenden Kriterien erfüllen:

  • spezifisch
  • messbar
  • akzeptiert
  • realistisch
  • terminierbar

Ein Meilenstein von pummelig zu athletisch könnte “den New York Marathon laufen”; sein. Auf dem Weg vom Gefühl unterqualifiziert zu sein, hin zu einem Bildungs-Leitbild könnte der Meilenstein “einen MBA machen” liegen. Um sicherzustellen, dass Sie an der Aufgabe wachsen, sollte es nicht einfach etwas Neues sein, sondern eine richtige Herausforderung. Fordern Sie Ihre Grenzen heraus.

Dem Leitmotiv im Beispiel folgend, das ich oben erwähnt habe, könnte mein persönlicher Meilenstein so aussehen:

Meilenstein: Einen Gastbeitrag bei einem anerkannten Marketing-Blog landen (z.B. OMR)

Allerdings wäre dieser Meilenstein erst einmal zu weit gegriffen. Um dort hinzukommen, müsste ich zunächst meine Schreibfähigkeiten verbessern. Das erreiche ich schlicht durch Übung, deshalb wäre der nötige Meilenstein davor:

Meilenstein: 10 Posts für den Userlike-Blog schreiben.

Ein netter Nebeneffekt von Meilensteinen ist, dass Sie Ihnen erlauben, kleine Erfolge entlang des Weges zu feiern. Das fördert die Motivation.

4
Finden Sie stützende Routinen

Bis zu diesem Punkt haben die meisten Leute sicherlich einen einfachen Plan für ihre persönliche Entwicklung im Kopf – vor allem, wenn es auf Neujahr zugeht. Hier hört es aber bei den meisten auch schon auf. Die guten Vorsätze sind somit zum Scheitern verurteilt. Wenn Sie nur mit Meilensteinen arbeiten, ist immer noch unklar, wo Sie anfangen sollen, wie Sie dort hinkommen oder wie lange es dauern wird.

 

Zielen Sie auf etwas Großes ab. Größe kommt aber nicht immer von großen Sprüngen. Manchmal kommt sie von kleinen, beständigen Schritten.

  Sim B. Sitkin

Sie brauchen ein System hilfreicher Gewohnheiten, die Sie näher an Ihr Ziel bringen. Eine stützende Routine für den Meilenstein “ 10 Posts für den Userlike-Blog schreiben” könnte zum Beispiel sein, 500 Wörter täglich zu schreiben. Oder 15 Seiten eines relevanten Buchs zu lesen, beispielsweise Blog Boosting. Nehmen Sie sich nicht zu viel auf einmal vor; ändern Sie eine Gewohnheit nach der anderen.

Sie werden die Vorteile von Gewohnheits-Zielen auf verschiedene Weisen bemerken. Zum einen zwingen sie Sie, Ihre Meilensteine in spezifische Tätigkeiten herunterzubrechen. Zum anderen entwickelt sich diese wiederholte Handlungen zu Gewohnheiten, die sich mühelos anfühlen. Sobald Sie eine solche Gewohnheit etabliert haben, können Sie die nächste in Angriff nehmen.

5
Definieren Sie, was Sie nicht machen möchten

Moderne Arbeitsplätze sind voller Ablenkungen. Bei manchen Dingen wissen wir genau, wie sehr sie unsere Produktivität aufsaugen, beispielsweise wenn wir durch unseren Facebook-Feed scrollen oder in die Cafeteria gehen, um den neuesten Flurfunk auszutauschen. Trotzdem unterschätzen wir häufig, wie viel Zeit dabei tatsächlich drauf geht.

Und dann wären da noch all die Aktivitäten, bei denen man sich gar nicht bewusst ist, wie sehr sie den Flow stören. Oft erwecken sie sogar den Anschein, produktiv zu sein (z.B. E-Mails checken) oder laufen komplett unterbewusst ab (z.B. zwischen offenen Tabs hin- und herspringen).

 

Der Grund ist einfach: Was Sie nicht tun, bestimmt, was Sie tun können.

  Tim Ferris

Wenn Sie einen Plan für Ihre persönliche Weiterentwicklung erstellen, sollten Sie sich nicht nur auf die Dinge konzentrieren, die Sie tun möchten, sondern den Prozess von der anderen Seite betrachten. Behalten Sie im Auge, was Sie nicht tun möchten, in dem Sie eine ‘Not-To-Do List‘ aufsetzen. Zum Beispiel:

  • Zu viele Tabs geöffnet haben
  • Den Morgen mit Meetings unterbrechen
  • Soziale Medien stündlich checken
  • Slack-Benachrichtungen verwenden
  • Smartphone auf dem Schreibtisch lassen
  • E-Mails checken und beantworten, sobald sie eingehen
  • ...

6
Nutzen Sie Auslöser, Belohnungen und Bestrafungen

Wie wir bereits gesehen haben, kann ein persönliches Leitbild als wichtiger Motivator dienen. Das ist die intrinsische Art der Motivation, der größere Zusammenhang in dem Sie handeln. Sie brauchen aber wahrscheinlich auch etwas Handfesteres, um am Ball zu bleiben: ein System aus Auslösern und Belohnungen.

Grafik zeigt den Zusammenhang zwischen Belohnung, Auslöser und Routine

Stellen Sie sich Auslöser als ein Navigationsgerät vor, das den Weg weist und Ihnen sagt, wo es lang geht. Das hat zwei Vorteile:

  1. Macht mentale Ressourcen frei. Sie müssen sich nicht an alle Aufgaben erinnern, sondern führen eine nach der anderen aus.
  2. Motiviert Sie, neue Gewohnheiten zu etablieren indem das Verhalten automatisch zur Routine wird.

Wenn Sie zum Beispiel mehr Sport machen möchten, könnten Sie Ihre Sporttasche mit zur Arbeit nehmen (Auslöser) die Sie an Ihre geplante Tätigkeit erinnert. Eine einfache Kalender-Benachrichtigung würde den gleichen Zweck erfüllen. Also alles, was den Gedanken aus Ihrem Kopf streicht, damit Sie sich nicht selbst aktiv daran erinnern müssen.

Das klassische ‘Zuckerbrot und Peitsche’-Prinzip ist die andere Seite der Medaille. Damit die Auslöser ihren Zweck erfüllen, brauchen Sie auch eine Reihe an Belohnungen und Konsequenzen. Wenn es darum geht, unsere Pläne zu verfolgen, unterscheiden wir uns nicht viel von einem Hund, der einen Trick lernen soll. Belohnungen sind wichtig damit wir motiviert bleiben und neue Verhaltensweisen ausbilden.

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Belohnen Sie sich, wenn Sie Ihr Ziel erreichen. Mögliche Belohnungen sind zum Beispiel eine Runde Kickern mit den Kollegen, nachdem alle Aufgaben des Tages erledigt sind; zehn Minuten durch Instagram scrollen; ein Stück Schweizer Schokolade genießen; fünf Minuten in der Küche Gerüchte austauschen; etc.

Und wenn Sie es nicht geschafft haben? Dann wird’s wohl Zeit für die Peitsche. Wenn Sie keine 500 Wörter geschrieben haben, müssen Sie es nachholen, indem Sie morgen 1.000 Wörter schreiben. Wenn Sie nicht zum Training gegangen sind, gibt es eben keine Schokolade. Sie wissen, worauf ich hinaus will.

Menschen sind verschieden und genauso sind es Auslöser und Belohnungen. Finden Sie heraus, was Sie motiviert, um die berühmte Extrameile für Ihr persönliches Projekt zu laufen.

7
Planen Sie Feedback ein

Sie können erstmal nur schätzen welche Schritte nötig sind, um Ihre Ziele zu erreichen. Wenn Ihr Meilenstein zum Beispiel war, 10 Kilo in sechs Monaten abzunehmen und sich nach der Halbzeit noch immer nichts getan hat, sollten Sie einen neuen Ansatz ausprobieren. Zum Beispiel viermal zum Sport gehen anstatt zweimal oder Zucker aus Ihrer Ernährung streichen.

Um eine weitere Weisheit von Peter Drucker heranzuziehen: “Sie können nicht steuern, was Sie nicht messen können.” In anderen Worten: Damit Sie wissen, ob Ihr Plan zur persönlichen Entwicklung Früchte trägt, müssen Sie Ihren Fortschritt messen. Das Messen hilft, damit Sie sich selbst zur Verantwortung ziehen und Schwächen im Plan aufdecken.

Wenn Sie bemerken, dass etwas nicht funktioniert oder dass wichtige Schritte im Plan fehlen, sollten Sie Ihr Setup neu überdenken. Stellen Sie sich Ihren Plan zur persönlichen Weiterentwicklung wie einen lebenden Organismus vor, der sich an verändernde Umstände anpassen muss. Digitale Projektmanagement-Tools wie Asana, Trello, oder Evernote sind fürs Planen besonders praktisch, weil Sie Projekte und Unteraufgaben einfach jederzeit bearbeiten können.

Bei Userlike haben wir quartalsweise Feedbackgespräche mit jedem Mitarbeiter, um sicherzustellen, dass unsere Projekte in die richtige Richtung gehen oder um den Kurs anzupassen, wenn es nötig ist. Behandeln Sie Ihr privates Projekt der persönlichen Weiterentwicklung genauso wie ein Projekt auf der Arbeit. Wer hat gesagt, dass Sie kein Meeting mit sich selbst haben können? Reservieren Sie einen festen Tag für eine objektive Bewertung, sagen wir 30 Minuten jeden Monat, in der Sie Ihren Fortschritt beleuchten und die nächsten Schritte bestimmen.

In dieser Bewertung können Sie sich folgende Fragen stellen:

  • Was hat gut funktioniert?
  • Was habe ich erreicht, worauf ich stolz bin?
  • Womit habe ich mich schwer getan?
  • Wo stehe ich bei der Erreichung meiner langfristigen Ziele?
  • Worauf möchte ich mich nächsten Monat fokussieren?

Je nachdem wie Ihre Antworten ausfallen, haben Sie nun die Chance, Ihren Plan anzupassen. Sich den eigenen Entwicklungsprozess vor Augen zu führen hilft außerdem, Ihre Motivation zu steigern.


All Ihre Planungsabsichten in Ehren, Sie werden Ihr persönliches Wachstumsprojekt nur verwirklichen, wenn Sie anfangen zu handeln. Ein Musiker perfektioniert seine Technik durch beständiges Üben – nicht indem er einfach über Kompositionen nachdenkt. Junge Eltern wachsen in ihre Rolle, indem sie sich jeden Tag um ihre Kinder kümmern – nicht indem sie nur Eltern-Magazine lesen.

Ab einem bestimmten Punkt gilt es einfach mit dem Planen aufzuhören und mit dem Machen anzufangen. Was ist Ihr nächstes Projekt?